Das AVE Kinderdorf

Das AVE Kinderdorf ist das Zentrum unseres Wirkens.

Zur Zeit betreuen wir etwa 50 Kinder im Dorf und versorgen ca. 180 Kinder in der Umgebung mit Nahrung, Kleider, Schulmaterial und weiteren Grundbedürfnissen, weil die Mütter dafür nicht aufkommen können.

Die Kinder wohnen, je nach Alter, in verschiedenen Gebäuden. Für die ganz kleinen, bis vierjährigen Kids haben wir die Kleinkinderanlage gebaut. Darin leben im Moment 16 Kinder, welche von fünf Dorfmamis, wie wir diese Frauen liebevoll nennen, betreut werden. Natürlich schlafen nicht alle im selben Zimmer. Die Gebäude sind so angelegt, dass in der Mitte ein grosser Spielplatz steht, welcher von Blanca Jungo finanziert wurde. Rundherum befinden sich verschiedene Schlafpavillons. Zudem ist der Kindergarten nur ein paar Schritte entfernt.

Die grösseren Kinder leben im sogenannten Schmid-Wepfer-Haus. Der Name ist durch die Grosszügigkeit der Familie Schmid-Wepfer entstanden, welche zwei Drittel des Gebäudes finanziert haben. Es handelt sich dabei um ein Doppelfamilienhaus. Hier kümmert sich je eine Dorfmami um sechs Kinder als eine sogenannte Familie.

Vor allem für traumatisierte Kinder erhalten wir immer wieder Anfragen durch das lokale Sozialamt. Da eine therapeutische Begleitung nur sehr eingeschränkt  möglich ist, entschieden wir uns, dass zuerst ein Kindergarten mit Malatelier (therapeutisches Malen) auf dem für das AVE Kinderdorf Gelände entstehen muss.

Entsprechend stolz sind wir dann auch auf unseren dorfeigenen Kindergarten. Er trägt den klingenden Namen "Jardin d'enfants Blanca". Ein Geburtstagsgeschenk an eine Dame mit eben diesem Namen. Es hat viele Spielsachen, Stifte zum Malen und Platz zum herumtollen. Die Kleinen singen, tanzen und bekommen ihre ersten Lektionen mit auf den Weg. Die Kinder lieben es, den Kindergarten zu besuchen. Natürlich kümmert sich eine Kindergärtnerin um die Bande, für welche übrigens einer unserer grosszügigen Spender aufkommt. Das Malatelier und ein kleines Büro sind in das selbe Gebäude integriert.

Fliessendes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit. Dank der grossartigen Unterstützung des Lions-Club Bern-Bümpliz konnten wir auf unserem Gelände des eine Sondierbohrung durchführen. Eine Pumpe zapft das Grundwasser in 80 Meter Tiefe an. Eine Leitung führt die wichtige Flüssigkeit in ein sogenanntes Wasserschloss, von wo aus die Gebäude mit fliessendem Wasser versorgt werden. In der Kleinkinderanlage versorgt uns noch ein traditioneller Ziehbrunnen mit Wasser. 

Als unheimlich nützlich hat sich der neue Abfallverbrennungsofen erwiesen. Seit einiger Zeit ist er in Betrieb und löst unser Problem der Abfallbeseitigung im AVE Kinderdorf effizient. Mit Schadstofffiltern ausgestattet ist diese Errungenschaft für westafrikanische Verhältnisse High-tech.

Noch nicht ganz fertig, jedoch schon bald bezugsbereit ist der Hühnerhof sowie die Kästen für eigene Bienen. Ihr Honig ist köstlich und natürlich vernaschen ihn die Kinder liebend gerne. Die Hühner erfüllen zweierlei Funktionen. Auf der einen Seite schützen die Zweibeiner die Bienen vor den Ameisen und Termiten, welche sie fleissig vom Boden aufpicken. Auf der anderen Seite legen sie natürlich auch Eier und geben den Dorfbewohnern Fleisch. Möglich geworden ist dies durch Sachspenden und privaten Zuwendungen.

Zur Zeit im Bau ist ein Arbeitsgebäude. Darin sollen bis Ende 2017 in drei Räumen zu je 30m2 ein Werkatelier, das Nähatelier sowie ein Verwaltungsbüro entstehen. 

Auch fleissig gearbeitet wird an einem Pavillon, um endlich unsere Küche vernünftig unterbringen zu können. Emsig gesammelt dafür hat die katholische Kirche Heiligkreuz in Bern-Tiefenau, die St. Johanneskirche in Bremgarten sowie die Dreifaltigkeitskirche in Bern. 

Unsere Dorfmamis sind allesamt verwitwet und haben weder Haus noch Hof. Diese Menschen haben schlicht und einfach nichts, bei uns erhielten sie eine Aufgabe und ein Dach über dem Kopf. AVE nimmt seine Verantwortung nicht nur für die Kinder war. Einige Dorfmamis haben auch ihre eigenen Kinder mitgebracht. Ihr Lohn besteht zu einem Teil an der Teilnahme ihrer Söhne und Töchter am Kindergarten, an der Schule und an der Finanzierung einer Ausbildung. Natürlich versuchen wir auch für deren Kinder Pateneltern zu finden. Die Dorfmamis werden zu einem anderen Teil auch durch Spenden finanziert.

Unterstütz werden die Dorfmamis bei Bedarf mit Müttern aus ärmlichen Verhältnissen. Sie stammen aus Sotouboua und Umgebung und bringen oft auch ihre eigenen Kinder mit. Auch diese Frauen kümmern sich genauso liebevoll um die Kinder. Bei Ferienabwesenheit, Krankheitsfällen oder anderen Vorkommnissen sind wir für diese Unterstützung äusserst dankbar.